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Die Kinder aus dem Hort Bad Steben stopfen ihr eigenes Plüschtier
Die Kinder aus dem Hort Bad Steben stopfen ihr eigenes Plüschtier

Wie funktioniert das mit dem Nadel und dem Faden? Der Knoten sitzt und der Teddy kann schaukeln, dann geht es mit dem Nähen weiter. Foto: Hüttner

Die „SonneBÄRger“ Teddywerkstatt ist zu Gast in Bad Steben. Die Kinder basteln ihr eigenes Kuscheltier: mit Watte, Nadel und Faden – und einem Kuss zum Schluss.

Von Sandra Hüttner

Bad Steben – Flecki, Quacki oder Robbi? Das ist die Frage, und schnell haben sich die Kinder entschieden, welchem Kuscheltier sie zum Leben verhelfen wollen: Der Kinderhort „Sternschnuppe“ hat in seinem Ferienprogramm ein wundervolles Bastelerlebnis angeboten. Aber nicht nur die Grundschulkinder kommen in den Genuss, auch die „Großen“ vom Naturkindergarten Krümelburg aus Lichtenberg und des Kindergartens Villa Sonnenschein aus Bad Steben sind dabei.

Markus Häßler von der „Sonne-
BÄRger Teddywerkstatt“ aus dem thüringischen Sonneberg erzählt zunächst über die Weltspielzeugstadt und das Spielzeugmuseum, in dem es bis zu 200 Jahre alte Raritäten zu sehen gibt. Der Pädagoge ist mit allen notwendigen Utensilien angereist, unter anderem einer stattlichen Anzahl von Kuscheltier-Rohlingen.

Bereits im Vorfeld haben die Erzieher eine Auswahl getroffen. „Die Kinder wären bei der Menge von möglichen Kuschelfreunden einfach überfordert“, sagt Hortleiterin Christine Höhn, die durch Zufall das Angebot entdeckt und gleich Mitstreiter in den Kitas gefunden hat. Nun stehen Teddys mit lustigen Stoffflecken auf dem Fell, deshalb „Flecki“, noch dazu in verschiedenen Farben, zudem Robben und Enten zur Auswahl.

„Aber es gibt weit mehr“, erklärt Markus Häßler, Mitarbeiter der Teddywerkstatt, der die Bestandteile der Teddys und sonstigen Tiere auspackt. In die noch leeren Körper füllen die Kinder zunächst Stopfwatte und kleine Kugeln („Beanies“).

Man kann einen Teddybären oder jedes andere Kuscheltier einfach im Supermarkt kaufen. „Die Herausforderung ist jedoch, das Spielzeug selber herzustellen“, sagt Erzieherin Christine Höhn, „und das hat dann einen ganz anderen Wert für die Kinder.“ Das sehen die jungen Bastler offenbar ebenso. Aufmerksam verfolgen sie die einzelnen Handgriffe, die Markus Häßler Schritt für Schritt erklärt. „Teamwork ist bei den Beanies gefragt“, rät er: „Einer hält die Öffnung auf, und der andere füllt zwei Löffel voll ein; dann wechselt ihr.“ Das klappt hervorragend. „Die Kugeln rascheln dann schön, und eure Kuscheltiere fühlen sich gut an“, erklärte der Mitarbeiter der Teddy-Werkstatt. Auf die Beanies folgt die Stopfwatte. Die Erzieherinnen helfen, damit auch in die Füße und Arme genug Watte kommt. Markus Häßler geht von Tisch zu Tisch und achtet darauf, dass alle Kuschelfreunde die richtige Form bekommen.

Der Ehrgeiz ist geweckt, und mit Feuereifer kreieren die Kleinen ihre Kuscheltiere. Ein selbst gefertigter Teddy hat eben eine ganz eigene Wertigkeit. Das ist spätestens bei der Namensgebung sichtbar. Aber zuvor gilt es noch, die Öffnung am Rücken zu schließen. Jedes Kind erhält eine Nadel, der Faden ist schon mit der richtigen Länge eingefädelt, sogar mit Knoten. Markus Häßler zeigt genau die Technik, damit die Naht nach dem Verschließen nicht sichtbar bleibt. Klar, da helfen die Erzieherinnen mit. Am Ende noch verknoten, schließlich kommt der Faden am Bauch heraus, wie eine Nabelschnur; die wird abgeschnitten, der neue Freund ist „geboren“.

„Jetzt schaut ihr eurem Kuscheltier ganz tief in die Augen, denkt euch, ohne laut zu reden, einen Namen aus – und gebt ihm dann einen Schmatz.“ Kein Lachen oder Glucksen. Voller Ernst machen die Kinder mit: tiefe Blicke und liebevolle Küsse.

Den Abschluss bildet das Ausfüllen der „Geburtsurkunde“. Markus Häßler stempelt und unterschreibt, die Erzieherinnen tragen die Namen und das Geburtsdatum ein und unterschreiben als Geburtshelfer.

Selig nehmen die Kinder ihre neuen Kuschelfreunde in den Arm und stolz die Geburtsurkunde entgegen. Damit ist jedes Kuscheltier ein neues Mitglied der jeweiligen Familie.

Jetzt schaut ihr eurem Kuscheltier ganz tief in die Augen.
Markus Häßler